"Safar" – Reise nach Afghanistan

Fünf afghanische Meister, drei deutsche Jazz- und Popmusiker, ein einzigartiges Projekt: Safar verbindet über Länder- und Kulturgrenzen hinweg.

Unser Bild Afghanistans ist geprägt von Krieg, Konflikt und Terror. Dabei war Afghanistan lange für seine kulturelle Vielfalt bekannt - und berühmt für seine Musik. Musik, die während des Taliban-Regimes verboten war. Doch mit den alten Meistern überlebte auch ihre Musik. Seit 2008 arbeiten einige der Meistermusiker am Afghanistan National Institute of Music (ANIM) und in der Aga Khan Music Initiative (AKMI) in Kabul daran, die reichen Traditionen der afghanischen Musik an jüngere Generationen weiterzugeben.
Die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar (HfM Weimar) unterstützt mit „Safar“ (deutsch: Reise) die afghanischen Musiker auf ihrem Weg, die musikalische Tradition zu pflegen, das reichhaltige Wissen zu bewahren und weiterzugeben. Ein weiteres Ziel des Projektes, das HfM Weimar und ANIM gemeinsam umsetzen, ist es, das gegenseitige kulturelle (Selbst-)Verständnis zwischen Afghanistan und Deutschland zu stärken. So sollen bereits bestehende kulturelle Verbindungen zwischen Afghanistan und Deutschland belebt und ausgebaut werden. Die Zusammenarbeit mit drei renommierten deutschen Jazz- und Popmusikern der jüngeren Generation ermöglicht eine kommunikative musikalische Reise und einen lebendigen Austausch fernab jeder Sprachbarriere.
Im Sommer 2012 hatten sich afghanische und deutsche Künstler zu einem außergewöhnlichen Austausch in Deutschland getroffen. Gemeinsam gingen sie auf Konzerttournee, spielten in Weimar, Rudolstadt, Bonn und Berlin. Im Sommer 2013 geht Safar weiter – mit dem Gegenbesuch in Afghanistan.
Die Musiker aus zwei Kulturen und musikalischen Traditionen geben gemeinsam Workshops und Konzerte mit traditionellem afghanischem Repertoire. Ein Konzert wird live durch RBB-Kulturradio sowie auf www.safar-musik.de und den Internet-Seiten der europäischen Rundfunk-Union als Videostream übertragen.

Rückblende: Safar 2012

Im Sommer 2012 sind fünf alte Meister - u. a. Ustad Gholam Hossein und Ustad Amruddin - und zwei junge afghanische Nachwuchsmusiker zu einem musikalischen Austausch nach Deutschland gekommen. Die Zusammenarbeit mit den drei renommierten deutschen Jazz- und Popmusikern Jörg Holdinghausen, Arne Jansen und Jan Burkamp ermöglichte eine musikalische Reise und einen lebendigen Austausch, fernab jeder Sprachbarriere. Die Musiker gaben Konzerte in Weimar, Rudolstadt, Bonn und Berlin, die auch im Rundfunk übertragen wurden. Zudem wurden die Musiker professionell aufgenommen und ihre pädagogische Arbeit wurde dokumentiert. Die Aufnahmen fanden im Tonstudio der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar statt und sind in Musikdatenbanken für die Öffentlichkeit zugänglich. In Weimar gaben die alten Meistermusiker darüber hinaus Workshops für Studierende. Und in Bonn diskutierten sie mit Vertretern des ANIM, der Aga Khan Music Initiative, der UNESCO sowie des internationalen und europäischen Musikrates über die Zukunft der traditionellen afghanischen Musik als immaterielles Weltkulturerbe.